Psychodynamik & Aufklärung
Du sollst nicht merken – Miller (1983)
Miller analysiert traumatisierende Familiendynamiken und die Psychologie des Nicht-Wissens – relevant für Aufarbeitung und Supervision.
Verbote des Wahrnehmens
Miller (1983) beschreibt, wie Kinder gezwungen werden, Realität zu spalten, um Bindung zu erhalten. Das erklärt viele spätere Überlebensmuster – und berührt ethische Grenzen der Aufarbeitung.
Zum biografischen Vorläufer siehe Alice Miller: Am Anfang war Erziehung (1981). Für traumaspezifische Arbeit am Erwachsenen-Ich empfehle ich Pete Walker: PTBS und Kindheitstraumata (2019).
Im Alltag einprägen & ankommen
Micro-Habits statt Perfektion: kleine Schritte, die Inhalte haften lassen – ohne Druck, mit Pausen und Rückzugsmöglichkeit.
- Reality-Check-Frage für den Alltag: Was sehe/höre/fühle ich jetzt wirklich – vs. alte Verbotsstory?
- Vertrauens-Anker: eine Person oder eine professionelle Adresse, die du bei Überforderung anpingst.
- Spaltung sanft benennen: ein Teil will schützen, ein Teil will wahrnehmen – beides darf Platz haben.
- Nach emotionalen Lesephasen kein wichtiges Schreiben oder Fahren – Puffer einplanen.
- Ein Satz für Grenzen: Ich darf wahrnehmen, was ich wahrnehme – in meinem Tempo.
Literaturverzeichnis (APA-nah, deutsch)
- Miller, A. (1983). Du sollst nicht merken. Suhrkamp.
- Miller, A. (1981). Am Anfang war Erziehung. Suhrkamp.
- Walker, P. (2019). Posttraumatische Belastungsstörung – Vom Überleben zu neuem Leben: Ein praktischer Ratgeber zur Überwindung von Kindheitstraumata. Unimedica.
Kurzbelege im Fließtext folgen der Autor-Jahr-Notation. Vollnachweise siehe oben. Angaben sind für die Webpublikation leicht gekürzt (ohne DOI/ISBN); bei wissenschaftlicher Zitation bitte Primärquelle prüfen.
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